WÄRMEPOL

WÄRMEPOL ist ein intermediales Installationsprojekt entwickelt vom deutschen Klang- und Medienkünstler Frank Schulte für den öffentlichen Raum und beschäftigt sich mit Wünschen und Transformationen. Das Projekt wurde im Rahmen von “Alternative KunsTräume” des deutsche Gethe- Instituts beginnend im Oktober 2015 initiatlisiert.
In der ersten Projektphase erkundete der Künstler in Zusammenarbeit mit der lokalen Künstlerin Valeria Barbas das Stadtgebiet von Chişinău, wo sie Passanten baten, ihnen nahestehenden Personen einen positiven Gedanken, einen Wunsch zu senden. Über 160 akustische Aufnahmen und mehr als 230 handschriftlich verfasste Gedanken auf Papier kamen hierbei zustande. In der zweiten Arbeitsphase wurden die Audioaufnahmen editiert und anschließend in zwei Audiokompositionen eingebracht.
Als Abschluß der Phase 1 des Projektes wurde für die „Galeria Podzemka“ eine intermediäre, begehbare Installation mit dem Titel  “idea generator”  in einem alten Kellergewölbe entwickelt und realisiert. Dieser unterirdische Ort fungierte dabei als ‚Ideen-Generator‘ oder auch als ‚Raum der unausgesprochenen Gedanken‘. In einer mehrtägigen Aktion wurden Äste gesammelt, die unter der Decke befestigt, blattlos, in den Raum hingen und in dieser Weise eher wie Wurzelwerk anmuteten. An diesem Astwerk hingen die Wunschzettel an Wollfäden, nur punktuell beleuchtet durch kleine LED-Taschenlampen. Lautsprecher gaben die hierfür konzipierte mehrkanalige Audiokomposition als 35-minütigen Loop wieder. Auch die Besucher hatten die Möglichkeit, ihre Wünsche handschriftlich in die Installation einzubringen.

>> Schau und lausche in den Himmel - der Himmel hat keine Grenzen

Der zweite Teil des Projektes wird im Mai 2018 permanente Installation auf dem Dach der lokalen Kunstschule Colegiul de arte plastice "Alexandru Plămădeală" realisiert.
Der „sky-transmitter“ wird eine Audiokomposition der gesprochene Wunschbotschaften mittels eines eigens eingerichteten UKW-Radiosenders permanent und für jedermann empfangbar in Himmel und Stadtraum senden. Für diese Installation wurden die zuvor gesammelten gesprochenen und aufgezeichneten Wünsche der Bürger sowie neu aufgenommene Stimmen bearbeitet und zu einer 40min. Radiozusammensetzung komponiert. Diese Komposition wird permanent und fortlaufend im Stadtraum Chisinau übertragen.
Die Sendeanlage wird in einem für das Projekt eigens errichteten, geodätischen Gewächshaus ihren Platz finden; einem Ort für Besucher und Anwohner, um gemeinsam Pflanzen zu pflegen. Das Konzept rückt den Ort als soziale Plastik in den Mittelpunkt, um den Austausch, das zufällige Treffen und die kontemplative Weitsicht auf den Stadtraum zu ermöglichen.
"Pflanzungen nehmen die Kräfte der Erde und des Kosmos auf. „Wurzelwärme“ und „Blüten- und Blattwärme“ versinnbildlichen nicht nur das Leben, sondern stellen auch unseren Lebenszyklus und Zusammenhang in eine direkte Verbindung zu einem größeren, uns übergeordneten Zusammenhang. Die Wärme über dem Erdboden wird vom Sonnenbereich, dem Merkur, der Venus und dem Mond gebildet, während die Wärme im Erdboden von den äußeren Planeten herrührt. Die Mineralien sind also „Kollektoren für kosmische ferne Kräfte, die an die Wurzeln der Pflanzen weitergeben werden.
In dieser Form versteht Frank Schulte auch die Kraft - Energie unserer Gedanken und Wünsche als Energiefeld, das die uns umgebene Realität gestaltet."
"Besonders erfreulich empfinde ich in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit den Studenten der Colegiul de arte plastice "Alexandru Plămădeală", die ermöglicht, daß eine junge Generation sich noch in der Ausbildung befindlicher Künstler und Gestalter, den so geschaffenen Ort mit ihren Energien aufnehmen, weiterführen und pflegen werden. Die Installation als Pflanze kann so zur Lehrmeisterin des Forschergeistes werden." fs- 2018
Unser Dank gilt den Förderern, dem Goethe Institut, Akzente MD und dem Colegiul de arte plastice "Alexandru Plămădeală", sowie den vielen lokalen Unterstützern und Projektmitwirkenden ohne die, diese Arbeit nicht realisierbar gewesen wäre.
Besonderer Dank an Valeria Barbas, Lilia Dragneva, Max Kuzmenko, Anastasia Palii, Dumitru Carbuni, Felicia Ursu, Ludmila Malarciuc, Lilia Racila, Ion Nita, Oxana Suveica, Iana Sericova, Veronica Bejenari.