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HAUSORGANISMUS

DER WALD, EIN BERG UND DAS KLINGENDE HAUS . Barbara Wieneke & Frank Schulte

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG Malerei & Klanginstallationen

ÄNDERUNGSSCHREIBEREI

P.N.P.G. Private Non Profit Galerie für TEXT KUNST MUSIK FILM TANZ
Weidengasse 22, 50668 Köln

 

Ausgangspunkt von Hausorganismus ist die Vorstellung des Hauses als lebendiger Resonanzkörper und klanglicher Organismus. Architektur dient dabei nicht allein als Ort der Präsentation, sondern als aktiver Bestandteil der künstlerischen Arbeit. Räume, Materialien, verborgene Leitungen und die sozialen Spuren des Gebäudes werden durch Aufnahme, Bearbeitung und Komposition in eine eigenständige akustische Erfahrungsform übersetzt. Diese Arbeit untersucht, wie sich innere räumliche Prozesse hörbar machen lassen und wie Klang neue Wahrnehmungsweisen von Architektur und Öffentlichkeit eröffnen kann.


Die künstlerische Besonderheit des Vorhabens liegt in seiner ortsbezogenen Entwicklung und in der Verbindung von Klangkunst, Architektur und Sprache. Hausorganismus entsteht spezifisch aus den räumlichen Bedingungen der Änderungsschreiberei und ihrer Umgebung. Innenraum, Schaufenster und Innenhof werden als zusammenhängender Klangkörper begriffen und in eine räumliche Komposition überführt.

Der erste Teil der Arbeit entsteht im zentralen Innenraum der Galerie. Eine Komposition für neun luftgespielte Orgelpfeifen, eine vierkanalige elektronische Klangraumkomposition, eine windgespielte Plastiktüte sowie ein Radioempfänger erzeugen dort ein vielschichtiges akustisches Gefüge zwischen kontrollierter Komposition und situativer Offenheit. Mittels an der Schaufensterscheibe angebrachter Transducer werden Teile der Klangkomposition zugleich nach außen übertragen und auch für Passantinnen und Passanten im Stadtraum hörbar. Dadurch entsteht ein fließender Übergang zwischen Innen- und Außenraum.

Der zweite Teil richtet sich auf den offenen Innenhof des Gebäudes. Dort entsteht eine mehrkanalige Klangchoreografie aus Aufnahmen der Innenräume und artifiziellen Vogelstimmen. Zwei vorhandene Regenrohre werden zu Klangröhren transformiert und setzen die Idee der Orgelpfeife als Resonanzkörper fort. Die Röhren fungieren zugleich als poetische Referenzen auf verborgene infrastrukturelle Prozesse – auf Zu- und Ableitungen sowie innere Zirkulationen des Hauses. Das Gebäude erscheint so als atmender und klingender Organismus, dessen verborgene Strukturen akustisch erfahrbar werden.

Ein integraler Bestandteil des Projekts sind eigens entwickelte Textbeiträge der Autorin Kathrin Röggla, die in gesprochenen Ausschnitten in die Installationen integriert werden. Die Stimme erweitert die Klangräume um eine literarische Ebene und verbindet Sprache, Architektur und Geräusch zu einer vielschichtigen räumlichen Erfahrung.

Ort:  ÄNDERUNGSSCHREIBEREI
P.N.P.G. Private Non Profit Galerie für TEXT KUNST MUSIK FILM TANZ
Weidengasse 22, 50668 Köln


Eröffnung: Sa. 5. September 2026

Die Ausstellung ist geöffnet Sa 15-18 Uhr

oder auf Anfrage bis 3. Oktober.


Gefördert von der IFM Initiative Freie Musik e.V. Köln.

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